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Das Ja zu Diversität ist eine politische Haltung

21 Mai, 2019 Veröffentlicht von

Sowohl in Deutschland als auch in Österreich formieren sich Kulturbetriebe, Kulturschaffende und Künstler*innen als DIE VIELEN für Toleranz und Diversität. Die Leitungsstrukturen der Betriebe sind jedoch zum größten Teil weiß und männlich. In Bezug auf Diversität ist in Kulturbetrieben noch viel zu tun.

In Deutschland werden Theater zu 78 Prozent, Kunstmuseen zu 66 Prozent und Rundfunk- und Sinfonieorchester zu 100 Prozent von Männern geleitet (Deutscher Kulturrat 2016, die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2014). In den Österreichischen Bundestheatern gibt es ab Herbst 2019 wieder eine 100-Prozent-Männerquote. Das Berliner Theatertreffen jedoch bricht dank seiner Leiterin Yvonne Büdenhölzer 2020 und 2021 mit der Männerquote.

Eben ist in Berlin Burning Issues, die „Konferenz zu Gender(Un)Gleichheit“, zu Ende gegangen. Die Wertschätzung für künstlerische Leistungen von Frauen und Männern sei extrem ungleich verteilt. „Kulturpolitisch ist dieser Befund ein Armutszeugnis“, so Kulturstaatsministerin Monika Grütters. „Ein Land, das sich als Kulturnation versteht, verdient größtmögliche künstlerische Vielfalt.“ (Zitat von der Facebook-Seite des Deutschen Bühnenvereins) Auch die deutsche Bundeskanzlerin fordert die Herstellung von Parität für Unternehmen, Universitäten, die Kultur, Medien und auch die Politik (Spiegel Online 16.5.2019).

Demokratie, Presse- und Kunstfreiheit sind auch im Jahr 2019 nicht selbstverständlich und bedroht. Das konnten wir in den letzten Tagen in Österreich sehen. Und das Frauenwahlrecht ist gerade einmal 100 Jahre alt. Wie sich unsere Gesellschaft in Bezug auf Toleranz und Diversität entwickelt, können all diejenigen mitentscheiden, die wählen dürfen. Sie wählen auch für jene Menschen mit, die in Österreich und Deutschland kein demokratisches Mitbestimmungsrecht haben: In Österreich waren bei der Nationalratswahl 2017 15 Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren aufgrund nichtösterreichischer Staatsbürgerschaft vom Wahlrecht ausgeschlossen. Das waren 1,1 Millionen Menschen, davon 570.000 EU-Bürger*innen (www.medienservicestelle.at). In Deutschland betrifft dies knapp 11 Millionen Menschen oder 12,2 Prozent mit nichtdeutscher Staatsbürgerschaft, knapp 5 Millionen davon aus der EU (Statistisches Bundesamt 2019).

Bei der Europawahl am 26. Mai dürfen alle EU-Bürger*innen wählen, auch wenn sie von anderen Wahlrechten ausgenommen sind. Einige meiner Freund*innen leben als deutsche Staatsbürger*innen schon lange in Österreich und dürfen in Österreich nur auf Bezirksebene und in Deutschland gar nicht wählen. Ihr Wahlrecht ist auf nationaler Ebene also ziemlich eingeschränkt. Die EU-Wahl am 26. Mai ist für sie daher eine wesentliche Möglichkeit demokratischer Mitbestimmung.

In Bezug auf Diversität ist in Kulturbetrieben noch viel zu tun, das bestätigt das Zitat von Monika Grütters. Wenn Sie wissen wollen, wie Sie Diversität in Ihrer Institution umsetzen, finden Sie dazu in meinem neuen Buch AUDIENCING Diversity 4.0 ein Konzept und hier eine Leseprobe.


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