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Das Publikum mit Wirkungszielen im Blick behalten und Veränderungen umsetzen

23 Oktober, 2018 Veröffentlicht von

Wenn ein Theaterintendant, eine Museumsdirektorin, eine Verwaltungsleiterin oder ein Geschäftsführer neu an ein Haus kommen, hat er/sie meist viele Ideen und Konzepte. Deshalb fängt man ja wo neu an: weil man etwas verändern soll und möchte. Es gilt also, einen Weg von A nach B zu gehen, und die Zeitstrecke beträgt meistens fünf Jahre. Die Schwerpunkte für Veränderungen beziehen sich auf das Programm und die künstlerischen Inhalte, am Theater vor allem auch auf die Mitarbeiter*innen. Das Publikum als den wichtigsten Legitimationsfaktor von Kulturbetrieben sollte man dabei nie aus den Augen verlieren.

Tatsache ist: Bei großen Veränderungen sind meistens viele Themenbereiche betroffen und es stellen sich folgende Fragen: Wie lassen sich die angestrebten Veränderungen messen? Wie kann man sichtbar machen, dass Bewegung stattgefunden hat? Wie können Abweichungen erkannt und wie kann gegengesteuert werden? Bei allen diesen Fragen steht das Publikum im Fokus. Wirkungsziele mit einem Set an Indikatoren und Wirkungskennzahlen sind ähnlich einem Navigationsgerät. Das Konzept der Kulturellen Wirkungsdimensionen ist eine Spezifizierung der Balanced Scorecard für Kulturbetriebe. In den sechs Dimensionen Programme & Formate, Kulturelle Bildung & Partizipation, Kund*innen & Nutzer*innen, Partnerschaften & Netzwerke, Mitarbeiter*innen und Finanzen & Betrieb legen Kulturbetriebe ihre Wirkungsziele fest. Sie definieren also, wohin die Reise geht, und haben sechs eindeutige Eingabefelder. Im Eingabefeld Kund*innen & Nutzer*innen werden die Ziele für das Publikum festgelegt.

Zusätzlich zu den Zielen werden Umsetzungsmaßnahmen auf den entsprechenden Abteilungsebenen mit dazugehörigen Indikatoren zur Evaluation festgelegt. Das ist das Wie der Reiseroute. Die Wirkungsziele verbinden sich auf diese Weise mit der Ablauforganisation. Durch den gemeinsamen Diskussionsprozess über Ziele, Maßnahmen und Messkriterien wissen Mitarbeiter*innen, was ihr Beitrag zum Erfolg ist. Es gibt eine klare Entscheidungsgrundlage für alle. Durch die Vielzahl an Indikatoren wird der Kulturauftrag gegenüber Stakeholdern sichtbar gemacht und die Legitimation gestärkt. Die Einführung von Wirkungszielen ist ein gutes Konzept, um Veränderungsprozesse in Gang zu setzen, sie nachhaltig umzusetzen und als Kommunikationsinstrument nach innen und außen zu nutzen. Durch die fokussierte Vorgehensweise ist der Erfolg der Organisation größer als ohne gemeinsamen Blick auf das große Ganze. Fokus bedeutet immer: Neues Publikum zu finden, bestehendes Publikum zu halten, Publikum an das Haus zu binden und zu Stammpublikum zu machen.

Das Konzept der Kulturellen Wirkungsdimensionen wurde von Irene Knava mit 85 Führungskräften von Kulturbetrieben aus Deutschland und Österreich in vier AUDIENCING Labs co-kreativ entwickelt. Die Dokumentation vom Vortrag auf der DeGEval 2019 finden Sie hier.


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